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Vorausgegangen war diesem Brief ein Protokoll des Kirchenvorstandes (KV)
Logabirum, vom 01. Juni 1875, zur Beschlussfassung
über einen geplanten Turm-Neubau.
So wurde im Jahre 1879 der auf dem Friedhof freistehende Glockenturm aus
Backsteinen, mit rundbogigen Schallöchern, abgerissen
und durch "einen neuen, helmgekrönten, ansehnlichen Turm" ersetzt, wie
es in alten Unterlagen heißt. Der neue Turm wurde an die Westseite der Kirche angebaut und mit vier Giebeln aus Ziegelsteinen
dreigeschossig gemauert. Der Turm war für zwei Glocken
vorgesehen.
Schon 1892 wurde eine derart schlechte Abwässerung am Kirchturm
bemängelt, die bereits zu Fäulnis an den Holzkonstruktionen geführt hatte, da ein großer Teil des Wassers nach innen drang.
Während einer Kirchenbesichtigung, am 27.11.1892, stellte man eine
starke Verwitterung des Mauerwerkes fest und entschied, dass der Turm dringend
renovierungsbedürftig sei.
Im Sommer des Jahres 1922 wurde die Turmeindeckung durch Blitzschlag stark
beschädigt. Pastor Köppen, der damalige
Gemeindepastor, ließ nach erneuter Schiefereindeckung eine
Blitzableiteranlage aus Kupfer installieren.
1938 wurde eine Kirchturmerneuerung geplant, die aber dann durch den Ausbruch
des Zweiten Weltkrieges verhindert wurde.
Im Frühjahr 1945 standen Loga und Logabirum unter ständigem
Artilleriebeschuss. Durch eine explodierende Granate entstanden
schwere Schäden, u. a. auch an Dach und Mauerwerk des Turmes. Durch Splitter
dieser Granate bekam eine Stahlglocke einen so
tiefen Riss, dass dieser nicht geschweißt werden konnte.
1958 bestand für die Gottesdienstbesucher akute Gefahr durch herabfallende
Gesteinsbrocken aus dem stark beschädigten
Mauerwerk des Turmes. Zum Schutz wurde ein Holzgerüst über dem
Eingang aufgestellt.
Im Dezember 1959 wurde zunächst die alte Turmpyramide mit einer
Gesamtfläche von 88 qm innerhalb der vier Giebelspitzen
verankert. Im darauf folgenden Frühjahr 1960 begann die Firma Linde
(Berlin) mit der Instandsetzung des Turmes und dem Abbruch
der ebenfalls durch Kriegseinwirkungen schwer beschädigten Giebel. Leider
konnte der Kirchturm in seiner ursprünglichen Form
nicht erhalten werden. Trotz aufwendigen Renovierungen waren die Schäden
durch schlechtes Mauerwerk und Kriegseinwirkungen
zu groß. So stand der KV Logabirum wieder einmal vor schwer wiegenden
Entscheidungen.
Nach vielseitigen Überlegungen, auch mit dem Amt für Bau- und
Kunstpflege, Hannover, legte Architekt B. Hillrichs, Loga, am
22.03.1976 einen Instandsetzungsplan vor, der eine völlige Ummantelung
des gesamten Turmes mit Mauerwerk und in
Geschossabstand angeordneten Betonbalken vorsah. Da der Turm kein Fundament
besaß, mussten erst Fundamentgräben unter dem
Turm gezogen und Betonfundamente eingegossen werden. Die Gesamthöhe
des Kirchturms beträgt 29,55 Meter, die Turmspitze
allein 13,4 Meter.
Siehe auch im Kirchenführer
(Gemeindegrief). |