Solaranlage
zur Warmwassererzeugung der
Evangelisch-lutherischen
Kirchengemeinde
Logabirum

Wie oft wird vom
schlechten Wetter gesprochen....
....aber so schlecht, dass die Sonne nicht scheinen würde
war das Wetter noch nie.
Ist Ostfriesland
auch nicht als die Region Deutschlands bekannt, in der die meisten Sonnenstunden
des Jahres zu zählen sind, so geht die Sonne doch auch über unserer Region und
über Logabirum verlässlich an jedem Tag auf.
Eine Binsenweisheit?! Das mag wohl sein, aber eine aus der sich etwas machen
lässt.
Dass die Sonne an jedem Tag in Logabirum scheint, heißt doch, dass es nicht nur
an jedem Tag hell wird, sondern dass auch die Möglichkeit besteht, ihre
Strahlen und ihre Energie täglich im wahrsten Sinne des Wortes zu ernten.
Der Lebensstandard in Deutschland ist sehr energieintensiv. Derzeit wird ein
Großteil der Primärenergie noch aus fossilen Brennstoffen gedeckt. Diese
Ressourcen der Erde stehen uns aber nicht grenzenlos zur Verfügung und werden
irgendwann gänzlich aufgebraucht sein.
Unsere
Energieversorgung soll sicher und günstig sein; zu dieser Grundlegung tritt
zunehmend das Bestreben, unsere Energieversorgung möge auch umweltfreundlich
sein.
Das Kioto-Protokoll schreibt das Bestreben fest, den CO2 Ausstoß merklich zu reduzieren.
Auf Dauer wird eine sichere, günstige und umweltfreundliche Energieversorgung nur mit erneuerbaren Energien sicherzustellen sein.
Studien des Wuppertal Instituts zeigen, dass im Jahre 2050 in Verbindung mit Energieeinsparungen die gesamte Energieversorgung der EU durch regenerative Energien gedeckt werden kann
Die Energie der Sonne nutzbar zu machen, drängt sich förmlich auf, ist sie doch an jedem Tag präsent und verfügbar. Ihre Nutzung ist emissions- und schadstofffrei und an allen Standorten der Welt gleichermaßen möglich.
Moderne
Solaranlagen nutzen selbst noch das diffuse
Sonnenlicht bei bewölktem
Himmel und sind gar nicht auf strahlend blauen Himmel angewiesen.
Im Durchschnitt fallen auf einen Quadratmeter jährlich 1.125 Kilowattstunden Sonnenenergie, was dem Energieinhalt von über einhundert Litern Öl entspricht.
Das heißt, dass auch an den Orten Deutschlands, die nicht von der Sonne verwöhnt werden, immer noch 90 % der Durchschnittswerte erreicht werden. Sonnenenergie lohnt sich also immer. Selbst Deutschland ist an allen Stellen ein Sonnenland.
Mögen der Süden und der Nordosten bevorzugt erscheinen, wie die Karte der Sonneneinstrahlung zeigt, so erreicht auch unsere Region doch bis zu 90 % des Durchschnittswertes, die eine effektive Nutzung der Sonnenstrahlen erlauben.
Heute lassen die technischen Möglichkeiten zu, Einfamilienhäuser zu bauen, die zu 100 % mit Sonnenenergie versorgt werden. Das erste Haus dieser Art wurde 1989 in der Schweiz gebaut. In dieser optimalen Form ist die Nutzung der Sonnenenergie bei Altbauten kaum möglich, da eine entsprechende Isolierung und Bauweise unabdingbar sind.
Doch auch für Altbauten gibt es vielfältige Möglichkeiten zur Nutzung der Sonnenenergie.
Neben Photovoltaik-Anlagen, mit denen direkt Strom erzeugt werden kann, gibt es die verschiedensten Möglichkeiten, um die Sonnen mit Hilfe von Kollektoren als Wärmequelle zu nutzen.
Ein kostengünstiger Einstieg ist hierbei eine Solaranlage zur Trinkwassererwärmung, wie sie die Kirchengemeinde Logabirum für das Pfarrhaus installiert hat.
Soll der Anteil der Solarwärme im Haushalt erhöht werden, besteht die Möglichkeit im Zusammenhang mit modernen Heizkesseln eine größere Solaranlage einzubauen, die zusätzlich die Heizung unterstützt.
Die
Kirchengemeinde Logabirum hat sich für eine Solaranlage zur Erwärmung des
Trinkwassers entschieden und im Voraus erstellte Berechnungen zeigen, dass es möglich
erscheint, auf diesem Wege ca. 60 % des Energiebedarfs zur Wasserwärmung im
Jahr durch Sonnenenergie gewinnen zu können und entsprechend fossile
Brennstoffe einzusparen.
Mit sechs Quadratmeter Kollektorfläche, die verschattungsfrei auf dem hinteren Teil des Kindergartendaches angebracht sind, lässt sich auf diesem Wege nicht nur ein nennenswerter Einspareffekt bei den Kosten für Gas erzielen, sondern mit dieser Solar-Anlage wird exemplarisch gezeigt, welche Schritte jedem möglich sind um fossile Brennstoffe zu schonen und CO2 Emissionen zu verringern.

Die
Funktionsweise, wie sie dem Schema entnommen werden kann, ist in den Grundzügen
einfach nachzuvollziehen. In den schwarzen Kollektoren auf dem Dach
wird eine Flüssigkeit erwärmt, die durch Rohrleitungen in einem
Kreislaufsystem zum Wärmetauscher geführt wird, der die Wärme an das Wasser
im Warmwasser-Speicher neben dem
Heizungskessel weitergibt. Reicht die Einstrahlung der Sonne nicht aus, um den
Warmwasserbedarf zu decken, wird
durch den sehr sparsam arbeitenden Brennwertkessel
das Wasser entsprechend erwärmt.
Eine
Schautafel die auf dem Parkplatz neben dem Pfarrhaus aufgestellt ist, lässt für
jeden nachvollziehbar werden, wie viel Energie eingespart und wie viel Wasser
mit der Energie der Sonne erwärmt werden konnte.
Die Kirchengemeinde Logabirum sieht solche Schritte zu einem nachhaltigen Umgang im Blick auf Primärenergien als Teil ihres Auftrags in dieser Welt.
Wir glauben, dass Gott die Welt ins Dasein gerufen hat. Die Bibel schildert im ersten Schöpfungsbericht, dass Gott den Menschen die Aufgabe gegeben hat, sich die Erde untertan zu machen.
In Form von Ausbeutung der Erde, der Natur, von Rohstoffen, Energie und auch anderer Menschen haben wir Menschen seit alters her diesen Auftrag umgesetzt.
Wenig später konkretisiert das erste Buch Mose die Aufgabe des Menschen dahingehend, dass dem Menschen aufgegeben ist, die Erde zu bebauen und zu bewahren.
Im
sorgsamen Umgang mit den
anvertrauten Ressourcen und im Bestreben sichere und schadstofffreie
regenerative Energien zu nutzen, können wir versuchen an unserem Ort Schritte
zu tun, um dieser Aufgabe gerecht zu werden.
Mit der Solaranlage zur Trinkwasser- erwärmung hat die Kirchengemeinde ein Zeichen gesetzt und einen kleinen Schritt getan, um neben dem „Untertan machen der Erde“ auch ein Zeichen zu setzen, das Wege zur Bewahrung der Schöpfung aufzeigt, damit der Lebensraum Erde, der uns anvertraut ist, auch für folgende Generationen bewohnbar bleibt.